So muss Gehalt! Eine bessere Bezahlung allein bringt nix!

Von David Thiele

Das Bewusstsein steigt und die Hemmschwelle sinkt!

Mitarbeiter in der Pflege brauchen, als ersten Schritt im Rahmen der Pflegerevolution, angemessene Gehälter. Land auf Land ab ergehen wir uns alle in heißen Diskussionen, was ein angemessenes Gehalt sein könnte.
Zunächst halten wir fest, dass die derzeitigen Gehälter die Belastungen nicht widerspiegeln. Dabei sind die Mindestlöhne in der Pflege eher als Hohn und Beleidigung zu sehen als dass diese ein Schutz nach unten wären. Gelten sie doch ohnehin nur für die Pflegehelfer/Pflegeassistenten.
Aber auch Pflegehilfskräfte bekommt man kaum noch für ein solches Geld.

Mindestlöhne verschleiern nur das Problem!

Eine Vielzahl an Stimmen verlangt Einheitlichkeit aber doch auf jeden Fall Untergrenzen, die bereits eine Auskömmlichkeit und den Respekt widerspiegeln, die diese Menschen verdient haben.
Dabei kommt der Begriff der Systemrelevanz immer und immer wieder auf.
Gehen wir einmal näher auf diesen Begriff ein und bemühen dazu Wikipedia:

„Als systemrelevant (englisch systemically important, englisches Schlagwort dazu englisch too big to fail, deutsch „zu groß zum Scheitern“) werden Unternehmen, kritische Infrastrukturen oder Berufe bezeichnet, die eine derart bedeutende volkswirtschaftliche oder infrastrukturelle Rolle in einem Staat spielen, dass ihre Insolvenz oder Systemrisiken nicht hingenommen werden können oder ihre Dienstleistung besonders geschützt werden muss.“ (Wikipedia Stand: 18.04.2021)

Das heißt, um unsere Gesellschaft zu sichern brauchen wir essentiell Pflegemenschen. Sie sind sogar so systemrelevant, dass für sie geklatscht worden ist(ha ha).

Pflege ist so anspruchsvoll wie ein Ingenieursberuf!

Vom Schwierigkeitsgrad her hat eine Hochschule festgestellt, dass Pflege vergleichbar mit Ingenieursberufen ist und somit auch die Bezahlung verdient. Soweit so gut.

Aber selbst wenn wir die Gehälter auf 4000€ oder 4500€ anheben würden, hätten wir keine wirklich signifikant deutliche Verbesserung. Neben der Steuer schlägt die Krankenversicherung erbarmungslos zu. Ergo bleibt von dem Brutto nicht wirklich viel mehr Netto. Um dieses Problem zu lösen und endlich Wertschätzung wahrlich wahr werden zu lassen, braucht es weiterführender Schritte.

Neue Steuermodelle für systemrelevante Berufe!

Ein Ansatz wäre, steuerlich Änderungen für Menschen in sozialen Berufen so anzupassen, dass sie mehr Netto vom Brutto behalten. Eine Idee könnte es, so Stefan Kneermann von der Caritas, sein, eine eigene Steuerklasse zu entwickeln.

Die 32h Woche ist die neue 100%!

Dies in Kombination mit einer konsequenten 32h Woche kann ein Erfolgsmöglichkeit sein. Die 32h Woche ist eine Chance durch die Belastungsreduktion zum einen und die Erhöhung der Freizeit- und Erholungspotentiale zum anderen, die Ausfallzeiten und somit auch die Fluktuationsquote spürbar zu senken. Machen wir uns nichts vor, die sehr hohen Ausfallzeiten durch Überlastungen, müssen angegangen und gesenkt werden. Es ist und bleibt ein Rechenmodell, ob am Ende durch die sinkenden Ausfallzeiten die fehlenden 8h/Woche und Person ausgeglichen werden können. Wird es nicht modellhaft ausprobiert, werden wir es wohl nicht erfahren. 🙂

Fazit:
Halten wir fest:
1. Die Arbeitsbedingungen müssen sich deutlich und sofort verändern. Hier wäre die 32h Woche der aus meiner Sicht richtige Ansatz! Ja auch wenn das zunächst Präsenzzeiten reduziert.
2. Die Gehälter müssen sich deutlich und umgehend den tatsächlichen Aufwänden anpassen. Eine alleinige Anhebung des Bruttogehaltes auf 4000€ und mehr ist dabei nicht als richtiger Ansatz zu sehen. Stichwort: Steuerprogression, Krankenkassenbeiträge etc.. Hier sollte über ein systemrelevantes Steuermodell nachgedacht werden, welches deutlich mehr Netto für ein moderates Brutto als Ergebnis hat und zwar genau für diese sozialen Berufsgruppen, die sich um unser aller Gesundheit und Pflege kümmern, in Würde!
Hier schlägt die Stunde der Steuerberater sowie des Ministeriums für Arbeit und das Finanzministerium.

Interessante Links:
https://www.dbfk.de/media/docs/regionalverbaende/rvnw/PNC_Unsere-ersten-1.111-Forderungen.pdf