MDK Qualitätsprüfungen sind in der derzeitigen Form vollkommen überflüssig!

Von David Thiele

Und wieder sind die Prüfungen von vollstationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen überwiegend eingestellt worden.
Und wieder heißt es, es ginge um die Sicherheit der Pflegebedürftigen und der Pflegenden.
Ich sage dazu, hört endlich auf, die weitgehenden Schwächen des bundesdeutschen Pflegesystems durch Prüfungen festzustellen zu wollen. Das dabei entstehende Augenwischersystem ist einfach nur peinlich! Auch das neue Prüfsystem ist extrem aufwändig und somit am Ziel vorbei. Immer und immer wieder wollen wir sehen, dass die Menschen vor Ort, an den Betten, unsere Pflegekräfte alles richtig gut machen. Das die Pflegebedürftigen gut versorgt sind.

100.000 fehlende Pflegemitarbeiter in Heimen

Lassen Sie sich doch einmal auf der Zunge zergehen, dass obwohl noch mehr als 100.000 Stellen in der vollstationären Pflege fehlen (siehe dazu auch Prof. Rothgang), dass wären ca. 8 VK/Einrichtung!, wird die Qualität geprüft, trotz dessen, dass der Rahmen für faire Prüfung/Qualität in keinster Weise gegeben ist. Keine andere Branche würde das in dieser Form mit sich machen lassen. So etwas würde kein Mercedes, Audi oder BMW von seinen Mitarbeitern verlangen. 100% Leistung mit viel zu wenigen Mitarbeitern, Material und Zeit! Bei aller Marktwirtschaft, Rendite und Expansion, so verrückt wäre keiner der Industrieunternehmen! Meinen Sie nicht auch?

Fremdschämen können als Stellenprofil

Ich sage dazu in aller Deutlichkeit, dass die Menschen in den Heimen und ambulanten Pflegediensten gut versorgt sind, liegt nicht daran, dass in der Legislative alles richtig gemacht worden ist. Ganz im Gegenteil, die hohe soziale Kompetenz und der deutlich erhöhte Fremdschämgrad bei Pflegekräften sorgt dafür, dass Sie das tun, was die Legislative hätte längst tun sollen, die Rahmenbedingungen für Pflege ohne Kompromisse, ohne taktieren und falschem sparen, so zu definieren, dass es Spaß macht in der Pflege zu arbeiten.

Denn Pflege kann:
1. Spaß machen
2. Sinnstiftend sein
3. attraktiv vergütet sein
4. attraktiv für Menschen mit Kindern sein
5. absolut karriererelevant sein
6. und dabei das steuerfinanzierte System nicht überfordern.

MDK und Heimaufsicht als Gehilfen falscher Pflegepolitik

Und anstatt das die Legislative immer und immer wieder die Exekutive losschickt, um die verbliebenen Mitarbeiter mehr oder weniger von dem abzuhalten, was ihre Aufgabe ist, wurde versucht, Ende Oktober, die Prüfungen wieder einzuführen.

Bis heute ist mir kein Alternativentwurf bekannt, der die Qualitätsprüfungen vollkommen unabhängig von zeitlichen Vorortressourcen macht. Dann und nur dann wäre gewährleistet, dass die Pflegekräfte ihrer originären Profession auch wirklich nachkommen können.

Fazit:
Fassen wir zusammen, wir brauchen mindestens zwei Dinge:

1. klare allgemeinverbindliche Regelungen für die Arbeit in der Pflege (Entlohnung, Arbeitszeiten, Schichtsysteme, Familienfreundlichkeit die sich auch für den Arbeitgeber lohnt….)
2. Prüfungssystematiken, die so gut wie keine Vorortressourcen binden.

Ihr
David Thiele