Der Flohhüpfer von der Position zum Konsens! Positionspapier von Herrn Westerfellhaus – Ein Kommentar!

Von David Thiele

Herr Westerfellhaus hat in seinem aktuellem Positionspapier vom 11. Mai 2020 zumindest fünf Punkte definiert, die lebensnotwendige Eckpunkte beschreiben.

1. Flächendeckend faire Löhne
Jetzt müssen es Politik, Interessenvertreter und Tarifkommissionen schaffen, sich schnell auf einen Konsens zu einigen. Der darf auf keinen Fall unter den Tarifen nach AVR (West)/TvÖD liegen. Damit wären wir dann schon einmal ein großes Stück weiter. Dann braucht auch keiner Einmalzahlungen/Boni etc.. Wir sollten uns bewusst sein, keiner hat das Geld für eine Prämie von z.B. 1500€, die im Nachhinein ohnehin wieder über die Steuer eingezogen werden würden. Immerhin könnte ein solcher Bonus ca. 1 Milliarde Euro kosten!

2. Ausreichend Kollegen -eine Voraussetzung für familienfreundliche Arbeitszeit
Der Ansatz von Prof. Rothgang ist dabei durchaus auf europäischen Niveau.
Dieser Ansatz besagt u.a.:
PG 2 anstatt 1:4,0 dann 1:3,1;
PG 3 anstatt 1:2,9 dann 1:2,2;
PG 4 anstatt 1:2,2 dann 1:1,5;
PG 5 anstatt 1:2,0 dann 1:1,1;
gesamt im Durchschnitt anstatt 1:2,5 dann 1:1,8
(nicht differenziert nach Pflegefachkraft und Assistenzkraft)

Das deckt sich auch mit den Annahmen für sinnstiftende Arbeit und Pflege der ThieleBeratung vom März diesen Jahres!

3. Mit Digitalisierung mehr Zeit für Pflege statt für Bürokratie
Auch hier hat die ThieleBeratung bereits seit längerer Zeit eine Position bezogen. Vollständige digitale Transformation in das Zeitalter von Pflege 4.0! Wir sollten auch bei 4.0 bleiben. Der Grundsatz ist einfach:
Anforderung 1: Kein einziges Blatt Papier darf im Gesamtpflegeprozess und dem dazugehörigen Datenaustausch seinen Platz finden!
Anforderung 2: Wie viel Zeit darf eigentlich nur noch für Dokumentation (im weiteren Sinne) verbraucht werden? Wir reden von Lean Management Ansätzen und einer festzulegenden und zu messenden Obergrenze. Maximal 10% wäre eine solche Zahl, für den Anfang. Dies lässt sich mit künstlicher Intelligenz auch weiter reduzieren.
Die Technologien sind vorhanden. Das Verständnis für die Notwendigkeit bei allen Beteiligten ist jetzt auf 100%! Hoffen wir jedenfalls!

4. Mehr Verantwortung durch Heilkundeübertragung
Hier reden wir von der Anpassung von deutschen Anforderungen an die europäischen, ja weltweit gültigen Anforderungen. Überall darf eine Gesundheits- und Krankenpflegerin sehr viele Tätigkeiten ausüben, für die in Deutschland nur ein Arzt qualifiziert erscheint. In der Realität retten nicht selten die Fachkrankenpflegekräften den Ärzten den „Allerwertesten“. Oder liege ich da so falsch?

5. Eine Selbstverwaltung für die Pflege
Ja aber wer wird in den Pflegekammern sitzen.
Der Grundsatz, ebenso wie in der Politik, sollte lauten: Keiner übernimmt mehr Aufgaben, für die er nicht qualifiziert ist. So wie ein Tischler sich nicht anmaßt in der Bäckerei die Brote zu backen und ein Busfahrer sich nicht an den OP-Tisch stellen wird, so darf auch kein leitender Mitarbeiter in der Pflegekammer einen Pflege-fremden Beruf erlernt haben. Herr Westerfellhaus macht es vor!

ThieleBeratung fügt noch den Punkt 6 hinzu.

6. Zurückfahren der Qualitätskontrollen auf ein absolutes digital transformiertes Minimum mit mitarbeiterorientierten Kriterien.
Die digitale Transformation macht es möglich. Daten werden digital erfasst und die Mitarbeiterzufriedenheit messende Kriterien werden hinzugefügt. Künstliche Intelligenz ermittelt relevante Daten aus logischen Verkünpfungen und wertet diese aus. Der Umfang der Daten ist grundsätzlich zu hoch. Die Abrechnungsprüfung muss effizienter und vor allem passiv werden. Prüfungen können automatisiert werden. Vorort wird nur noch die Umsetzungsqualität am Menschen direkt geprüft. Nicht mehr und nicht weniger. Auch die Vernetzung mit Krankenhäusern und Arztpraxen kann hier sicherlich helfen. Auch dabei entstehen Daten, die eine Schlussfolgerung zulassen.

Fazit:
Es ist nur ein Positionspapier. Da dürfen wir uns nichts vormachen. Jetzt geht unser Bestreben erst richtig los! Aus dieser Position muss jetzt umgesetzt Realität werden! Dafür müssen wir kämpfen! Jetzt und alle!

Ihr
David Thiele
Geschäftsführer
ThieleBeratung

Link zum Videokommentar -Positionspapier Herr Westerfellhaus-

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