Systemoptimierung nach der Krise! Die Chance den Pflege-4.0-Reset-Knopf zu drücken!

„Leadership ist nicht, Leute dazu zu bringen, Dinge zu tun, die sie nicht tun wollen, sondern Leute dazu zu befähigen, Dinge zu leisten, von denen sie niemals glaubten, sie erzielen zu können.“
Peter Drucker

Sie merken es sicher! Wir haben uns alle in den letzen 60 Jahren in absoluter Sicherheit gewogen. Alles läuft immer gerade aus bzw. nach oben. Wir alle konnten in Ruhe Theorien zu Praktiken machen, die Einen mehr, die Anderen weniger. Wir haben uns nicht nur von der Natur entfernt, sondern ganz besonders von dem gesunden Menschenverstand. Wir alle wissen, dass Wirtschaft, Umwelt, Menschlichkeit keine Einbahnstraße ist und trotz alledem haben wir uns, mich eingeschlossen, so verhalten. Heute stehen wir am Anfang vom Ende des Wirtschaftszeitalters, wie wir es kennen. Und siehe da, jetzt merken wir, auf was es wirklich ankommt. Unsere überbordenden Sicherheits- und Kontrollsysteme in der Pflege sind die ersten, die in Zeiten des Coronavirus ausgesetzt werden, da sie in Krisenzeiten nicht anwendbar sind. Wir sollten uns jetzt auf den gesunden Menschenverstand verlassen, den Willen zu Qualität und guter Versorgung, so wie das unsere Vorfahren auch getan haben.

Im gleichen Atemzug merken wir, was wir wirklich brauchen: Manager/Leader mit einem Großmaß an Hands-on-Mentaltität und keine Akademiker, die wunderbare, sich selbsternährende Theorien entwickelt haben. Sie alle sind jetzt da, wo sie hingehören: an den Betten der Menschen, die Hilfe benötigen. Hilfe mit dem Fokus auf Zufriedenheit und somit Menschlichkeit!

Der Leader der Zukunft hat:

Die Eigenschaft, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden.
Die Eigenschaft, Menschen für sinnvolle Ziele zu begeistern.
Die Eigenschaft, die Ärmel hoch zu krempeln und anzupacken, weil er das Geschäft versteht und beherrscht!
Die Eigenschaft, Struktur, Ruhe und Ordnung in eine Organisation zu bringen.
Die Eigenschaft, vor und hinter seinem Team zu gehen, je nach dem was gebraucht wird.
Die Fähigkeit, auf seinen Bauch zu hören und nicht nur auf seinen Kopf
Die Fähigkeit, aus der Sicht seiner Mitarbeiter zu denken und zu fühlen um in der Lage zu sein, die richtigen Entscheidungen treffen zu können.
Die Fähigkeit, Wissen zielorientiert in Teams zirkulieren zu lassen und nicht sein Herrschaftswissen zu pflegen.


An dieser Stelle könnte es wahrscheinlich unendlich weitergehen.

Fakt ist, auch das Studium und die Ausbildung von Managern/Leadern, gleich welcher Fachrichtung, muss sich unter Pflege 4.0 Bedingungen deutlich verändern. Aus Managern sollten echte Führungskräfte werden, die ausreichend praktischen Kompetenzen entwickeln konnten, damit alle in einer Organisation befindlichen Menschen ihre persönliche Life-Balance ausbauen können. Viel mehr Fallbeispiele, Rollenspiele, Möglichkeiten Dinge begleitet auszuprobieren (Studiencoaching!) und die Möglichkeit, digital zu arbeiten. Studiencoaches begleiten Studenten in realen Situationen und reflektieren diese im Nachhinein. Ja, das ist schwierig und aufwendig, aber durchaus ein sinnvoller Bestandteil. Auch sollte das Fach Qualitätsmanagement einen sinnvollen Anteil an Lean-Management enthalten und zwar den der schlanken und verschwendungsminimierten Denkweise. Dabei ist es vollkommen egal, ob wir von Managern und/oder Leadern sprechen. Beide sind wichtig und stehen wertfrei nebeneinander. Das Pflege-4.0 System braucht beide Sichtweisen/Eigenschaften/Fähigkeiten.

Fazit:
Jetzt wo das Gesundheits- und Pflegesystem auf Null gefahren wird, müssen wir alle einmal darüber nachdenken, ob wir so weiter machen wie bisher?
Ob wir dem System so viele Fachkräfte für Prüfungen und Kontrollen entziehen wollen oder ob wir lieber die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern sollten. Sowohl in Form von Pflegeschlüsseln nach dem Vorbild der Schweiz oder auch Holland, als auch durch Reduzierung von Kontrollen und Prüfungen (MDK, Heimaufsichten etc.) auf das absolut notwendige Maß. Bei ausreichend Mitarbeitern reden wir nicht mehr über massiv schlechte Qualität. Wir haben bis dato das schlechte System versucht besser zu machen, durch Überprüfungen, Strafen, Sanktionen und Druck. Das hat diese Branche viele gute Mitarbeiter gekostet. Wer macht das denn auch auf Dauer mit? Jetzt sollten wir von den Besten lernen und uns alle neu aufstellen. Pflege-4.0 ist dafür ein guter Rahmengeber. Motivierte Mitarbeiter die einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen machen erheblich weniger Fehler. Wenn darüber hinaus dann noch 50-100% mehr Mitarbeiter vor Ort sind, dann löst sich das eine oder andere Problem ganz sicher. Es kommt dann auf die richtigen Organisationsstrukturen sowie das richtige Leadership an!

Ach, und eins noch: Eine starre Fachkraftquote von 50% hat sich nicht bewährt. Die reine Quote sichert keine Qualität, sie macht das Pflege-Leben vor Ort nur noch schwieriger!

Aufruf:
Lassen Sie uns heute anfangen, neu zu denken! Neue Weg müssen nicht weh tun!

Ich würde mich freuen, wenn Sie dazu mit mir in eine Diskussion eintreten würden. Schreiben Sie mir Ihre Meinung dazu.

info@thieleberatung.de

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