Springerpools jetzt implementieren und gewinnen!

Von David Thiele

Springerpools als Kostensenkungsfaktor für soziale Wirtschaftsunternehmen

Die hektische Suche nach Lösungen für die angespannte, ja zum Teil schon prekäre Lage in den Pflegeunternehmen ist mehr und mehr ein alles dominierendes Szenario.

Jeder kennt es, jeder wird damit konfrontiert. So kommen Tag für Tag Ideen und vermeintliche Lösungsvorschläge auf den Tisch. Die meisten mittlerweile von Politik und Forschung. Wirklich praktikabel und sofort umsetzbar ist davon nur das wenigste.

Fakt ist, Lösungen müssen heute geschaffen werden. Als Unternehmensberater, mit mehr als 30 Jahren Pflege- und Pflegemanagementerfahrung, kann ich ein Instrument erkennen, welches das Potenzial für eine solide Basis der Zusammenarbeit in Unternehmen hat.

Springerpools, ein sinnvoller Weg

Die sogenannten Springerpools sind eine Variante der Organisationsentwicklung, die sofort und spürbar Veränderung (Change) in dem Unternehmen sichtbar macht.

Lassen wir uns einmal auf diesen Gedanken und seine Potenziale intensiver ein.

Ein Springerpool ist eine Personalorganisationsinstanz, die zum einen innerhalb der Stellenschlüssel, aber anderseits außerhalb der regulären Dienst- und Einsatzplanung läuft. Jetzt sagen Sie, das geht nicht, das kann keiner bezahlen. Stimmt aber nur zum Teil. Nämlich der Teil, dass Poollösungen entweder aus dem regulären Schlüssel herausgerechnet werden müssen oder es eine Möglichkeit eines Sonder- oder Entlastungsbudgets innerhalb der Wirtschaftsplanung gibt. Egal wie Sie sehen oder rechnen, die Kosten haben Sie in Ihrer Ist-Kostenrechnung für das laufende Jahr so oder so.

Personalkostenrechnung ist gnadenlos

Warum ist das so?

Nun, die Personalkostenplanung rechnet im regulären Soll mit ca. 5% Ausfall durch Krankheit. Dabei müssen Sie sehen, dass in vielen Unternehmen, vor allem den großen, die Ausfallquote für Arbeitsunfähigkeit weit höher als 5% ist. Wir reden über bereinigte Zahlen von ca. 7-15 % (ohne langzeitkrank). Damit kann festgehalten werden, dass die nicht refinanzierten Mehrkosten für Personalausfälle ein Vielfaches höher sein können als die zusätzlichen Personalkapazitäten für eine Poollösung. Und Sie ahnen es, das ist erst die eine Seite der betriebswirtschaftlichen Betrachtung.

Die Opportunitätskostenfalle

Die andere Seite ist die der Mitarbeiterfluktuation durch Unzufriedenheit,/Überlastung. Die Frage an Sie lautet: Wie hoch schätzen Sie den finanziellen Verlust für Ihr Unternehmen durch den Weggang einer examinierten Pflegefachkraft? Ich kann es Ihnen sagen, er liegt bei dem 1-1,5-fachen Jahresbruttogehalt. Somit kann verdeutlicht werden, der Verlust pro Fachkraft beläuft sich auf ca. 50.000-60.000€. Bei einer Überlegung innerhalb Ihres Unternehmens, wie viele Fachkräfte Sie verlassen haben, kann der Unternehmensverlust genau quantifiziert werden. Dabei summieren sich direkte Kosten durch Fluktuation (Personalersatzkosten, Ausfallkosten, Überstundenvergütung) und die indirekten Kosten (Personalabteilung, Führungskräften für Assessments u.s.w.) auf.

Es fällt jetzt leicht, die beiden Sichtweisen übereinanderzulegen und die Summe in der Personalkostenrechnung aufzusummieren. Einmal die Gesamtheit der nicht refinanzierten Arbeitsunfähigkeitskosten und die Kosten für verlorene Mitarbeiter. Ohne viel Aufwand kommen da sehr schnell kleine, mittlere oder auch hohe sechsstellige Beträge zusammen.

Springerpools refinanzieren

Damit haben Sie auch schon ein Refinanzierungsargument für die Mehrkosten eines Springerpools. Verbunden sind diese Rechnungen mit einer klaren Zielsetzung, um wie viel die Kosten durch AU und Fluktuation durch Einführung eines Springerpools geplant sind.

Lösungen mit dem PDCA Kreislauf

Also, wir reden über eine PDCA Projekt.

Plan – Datenanalyse über AU und Fluktuation. Zielformulierung über Senkungsquoten. Verantwortlichkeiten und Weg zur Umsetzung definieren und planen (SMART).

Do- Umsetzung durch Einführung eines Pools. Zum einen durch Herauslösen flexibler Mitarbeiter und Überführung in einen Pool (Flexibilität sollte sich auch auszahlen) und anderseits durch Einstellung neuer Mitarbeiter. Dazu ist das Marketingkonzept wichtig. Wie wollen Sie potenzielle Mitarbeiter erreichen, wenn keiner weiß, dass Sie sich durch eine Poollösung von den Mitbewerbern abheben.

Check –Nach einer definierten Projektlaufzeit wird evaluiert und ein Strich unter der Rechnung gemacht. Vorschlag, nicht unter 12 Monaten.

Act – hat sich das Projekt gerechnet und bewährt, kann es ggf. auf andere Bereich ausgedehnt werden.

Viel Erfolg!

Hier können Sie den zu diesem Thema erschienen CAREkonkret-Artikel in downloaden :

Springerpool Artikel