Spahn und Heil: Höhere Pflege-Mindestlöhne „ein guter Anfang“ mit einem Kommentar von David Thiele

Von David Thiele

22.04.2020
Höhrere Pflege-Mindestlöhne sollen die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern.

CareInvest Beitrag vom 22.04.2020

Höhrere Pflege-Mindestlöhne sollen die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern.

Das Bundeskabinett befasst sich heute mit einer Verordnung vom Januar, die höhere Mindestlöhne für Pflegepersonen in der Altenhilfe vorsieht. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie seien die Regelungen zum Pflegemindestlohn ein guter Anfang, um die Arbeit der Pflegenden besser zu honorieren.

Wie Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärten, sei in der Corona-Epidemie die wichtige Rolle der Pflegepersonen für die Gesellschaft einmal mehr zu spüren. Die Neuregelung des Pflege-Mindestlohns soll Pflegeberufe attraktiver machen.

Spahn und Heil betonten: „Wir sind uns innerhalb der Regierung einig, dass dies ein Schritt von vielen ist, um die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern.“ Es sei angesichts der fordernden Situation in der Altenpflege auch klar, dass Pflegende für ihre Leistung in der Corona-Krise einen Bonus verdient hätten.

Zum Hintergrund: Eine Kommission von Arbeitgebern und Arbeitnehmern hatte Ende Januar beschlossen, dass der Mindestlohn für Pflegehilfskräfte bis zum 1. April 2022 in vier Schritten von heute 10,85 Euro (Ost) und 11,35 Euro (West) auf 12,55 Euro in Ost- und Westdeutschland steigen soll. Ab 1. Juli 2021 soll es zudem erstmals einen Mindestlohn für Pflegefachpersonen von 15 Euro geben. Er soll zum 1. April 2022 auf 15,40 Euro steigen.

David Thiele schrieb am 22.04.2020 dazu:

Sehr geehrter Herr Spahn,

ich finde es gut, dass jetzt darüber nachgedacht wird, die Entlohnung für Pflegekräfte der Realität anzupassen.

Die Realität heute ist, dass Pflegekräfte bereits heute relativ selten an der Mindestlohnuntergrenze arbeiten. Vor allem in Ballungsgebieten werden heute bereits Einstiegsgehälter gezahlt, die der Forderung vieler Pflegekräfte derzeit (ab 4000€ für Fachkräfte und ab 3000€ für Pflegehelfer) ziemlich nah kommen. Somit erreicht dieser von Ihnen unterbreitete Vorschlag, viele leider nicht. Die wichtige Wertschätzung kommt dabei auch nicht an.

Die Realität ist auch, dass Pflegekräfte nicht nur über zu wenig Geld, und somit Wertschätzung, klagen sondern vor allem über zu wenige pflegende Hände! Die Pflegeschlüssel gehören in Verbindung mit einer sinnvollen Fachkraftquote (nicht 50%!) einheitlich nach oben angepasst. Hierzu können Sie einmal bei den Nachbarn in Europa Informationen einholen. Holland, Schweiz aber auch unsere im Norden liegenden Nachbarn zeigen, dass es anders geht.

Die Realität ist auch, dass die Ausbildung und der Anspruch an Führungskräfte in der Pflege mehr auf systemische Leistung getrimmt ist als auf Werte. Werte wie Mitarbeiterzufriedenheit und Wertschätzung. Der Anspruch sollte hier sein: Wertschöpfung durch Wertschätzung! Also auch an dieser Stelle, mehr Ausbildungsinhalte in den Bereich der sozialen Kompetenz legen. Von dem Rest übernimmt in Zukunft die „Künstliche Intelligenz (KI)“ sehr viel und macht es auch besser!

Ich empfehle Ihnen gern meinen Blog dazu: www.thieleberatung.de/blog

Beste Grüße

David Thiele

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