Pflegepolitik Agenda -Jetzt-!

Von David Thiele

Innenarchitekten renovieren Ruine -Zweiter Schritt vor dem Ersten-

Not macht erfinderisch

Nicht selten machen sich viele Organisationen und Unternehmen verzweifelt Gedanken über die Zukunft der Pflege.

In meinem Blogbeitrag „Ihr Möglichmacher seid der Grund“ beschreibe ich die Dramatik der Pflege und die Menschen, die immer und immer wieder versuchen, mit eigenen Mitteln, unabhängig von Politik, die Aufgaben zu lösen.
Lesen Sie mehr dazu unter:

Ihr Möglichmacher seid der Grund!

Innenarchitekten tapezieren die Räume in einer Ruine.

Neuste Idee, Teilzeitausbildung in der Pflege über 4 Jahre hinweg. Aktuell im Raum Landshut wird ein Modellprojekt gestartet, welches eben genau da ansetzt, wo Menschen mit familiären Bindungen abgeholt werden sollen.
Das ist eine Klasse Idee!

Mehr dazu:

Modellprojekt in Landshut: In Teilzeit gegen den Pflegenotstand | tagesschau.de

Nun wieder meine drängende Frage:

– Wo ist die Politik?
– Wo sind die eindeutigen, zukunftsweisenden Rahmenbedingungen für Pflege im 21. Jahrhundert?
– Wo ist der Architekt, der die Ruine saniert, bevor die Innenarchitekten mit Teil- und Kleinstlösungen so herangehen können, dass nicht nur die Einsteigerquote hoch geht, sondern auch die Verweildauer in der Ausbildung und danach ebenso im Beruf.

Erkenntnis:
Leider Fehlanzeige. Ideen sind da, Politik ist nicht da. Keine Änderungen der Rahmenbedingungen. Somit auch kein langfristiger, signifikant lösender Erfolg von Modellversuchen!

Agenda für die Politik:
Folgendes muss jetzt mindestens geschehen, damit dieses gute Projekt, diese klasse Idee auch in Zukunft in ganz Deutschland nachhaltigen Erfolg hat:

1. Steuerrahmen für Pflegemenschen sinnhaft ändern (mehr Netto für das neue Brutto)

2. Gehälter drastisch erhöhen (4000€+ für examinierte Pflegekräfte und mindestens 15€ Mindestlohn in der Pflege); Grundsatz: examinierte Pflegekräfte müssen stets mindestens 200€ mehr verdienen, als der deutsche Gehaltsdurchschnitt!

3. Pflegeschlüssel/Punktwertsätze so anpassen, dass wir mindestens die Anzahl der Pflegemitarbeiter haben können, die auch in den Niederlanden/Schweiz etc. zur Verfügung stehen (dabei ist es egal, ob diese da sind oder zur Zeit fehlen, der Rahmen, die Möglichkeit (Refinanzierung) muss gegeben sein); Grundsatz: Pflege nach Zeit in der ambulanten Pflege ist dabei der richtige Ansatz!

4. Klare gesetzliche Vorgaben für Wochenarbeitszeiten in der direkten Pflege (32h Woche wäre da eine Richtung) Grundsatz: Ziel 32h in drei Stufen angehen:
1. Stufe 2024 auf 37,5h; 2. Stufe ab 2027 auf 35h und ab 2030 auf 32h/Woche

5. Verbieten von Zeit- und Leiharbeit in fast allen Bereichen der Pflege -sofort-

6. Einspringen/Doppeldienste/Teildienste und mehr als 5-7 Tage am Stück müssen überdacht werden! Grundsatz: Poollösungen sind einen Gedanken wert.

7. Pflege sollte konsequent weiter akademisiert werden, damit die Verantwortlichkeiten im Rahmen der Delegation deutlich aufgewertet werden können, damit die europäische und weltweite Vergleichbarkeit sowie das Ansehen in unserer Gesellschaft weiter angepasst werden kann. Auch der niederschwellige Bachelor-Zugang für bereits examinierte Pflegefachkräfte ist zu überdenken und zu ermöglichen.

Lesen Sie auch dazu:

So muss Gehalt! Eine bessere Bezahlung allein bringt nix!

Zusammenfassung:

Wenn all die guten Ideen zum dringend benötigten Erfolg führen sollen, dann braucht es zuerst die Politik mit Entscheidungen, die auch zu sichtbaren und konkreten Verbesserungen führen und im zweiten Schritt die vielen kreativen Menschen, die den neuen Rahmen mit Leben und Farbe füllen. Nicht andersherum! Dabei wären Kammern auch ein Ansatz gewesen, der leider aus meiner subjektiven Sicht nicht mehr tragfähig umgesetzt werden kann. Oder?

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