Pflegegradmix: Die Zauberformel für den Managementerfolg

Von David Thiele

Zahlen, Daten, Fakten

Land auf, Land ab geht es um „ZDF“ (Zahlen-Daten-Fakten) und im weiteren Verlauf um Geld. Bei aller Bestrebung, die Lebensbedingungen der Mitarbeiter aktiv zu verbessern, ist der stete Blick auf die dafür notwendigen Zahlen wichtig.

Pflegegradmix als Basiszahl

Heute geht es mir um eine der wichtigsten aller Kennzahlen, wenn es im vollstationären Pflegebereich um Erfolg geht.
Der Pflegegradmix. Eine der wesentlichen Informationen, die wiederum die Basis für jede weitere Einstellung/Entlassung und Investition zur Verfügung stellt.

Aber zunächst zurück zur eigentlichen Kennzahl Pflegegradmix.

Die Kennzahl Pflegegradmix gibt der Einrichtung zum einen einen Hinweis, wie im
Durchschnitt die Heimbewohner in Pflegegrade eingestuft sind, und
eine entsprechende Zeitreihendarstellung vorausgesetzt, wie sich diese
Zusammensetzung im Verlauf eines Betrachtungszeitraums entwickelt.
Diese absolut einfach zu ermittelnde Kennzahl ist eine wichtige Voraussetzung
für eine verursachungsgerechte Ermittlung des tatsächlichen
Pflege- und Betreuungsbedarfs der Einrichtung. Aus ihr können bei korrekter
und regelmäßiger Anwendung der Kapazitätsbedarf (Personal und
eingeschränkt Sachmittel) abgeleitet werden.

Kennzahl als Hinweis

Diese Kennzahl gibt auch Hinweise darauf, wie lange eine Einrichtung
einen Heimbewohner tatsächlich wird betreuen können. Hier ist
anzunehmen, dass ein Pflegebedürftiger in einem höheren Pflegegrad
entsprechend weniger lange in der Einrichtung verbleibt und auch mehr
Tage durch Krankenhausaufenthalte verzeichnen wird.
Ein hoher Pflegegradmix setzt entsprechend viele Pflegebedürftige
im hohen Pflegegrad voraus. Eine Auslastungsplanung mit einem hohen
Pflegegradmix birgt grundsätzlich die Gefahr, dass im Verlauf des Jahres
durch Ausfälle von Heimbewohnern mit hohem Pflegegrad nicht adäquat
nachbesetzt werden kann und damit Erlösausfälle entstehen.
Hier, wie bei anderen Kennzahlen, ist das Heranziehen weiterer Kennzahlen,
konkret die aktuelle Personalbesetzung nach VZK und unterteilt
in Fachkräfte und Hilfskräfte bzw. die Etablierung eins Belegungsmanagements
unabdingbar.

Die zwei Gesichter des Pflegegradmix

Und ja diese Kennzahl geht in zwei Richtungen:

1. Anhand der Kennzahl die Betrachtung der notwendigen Mitarbeiter und
2. Anhand der vorhandenen Mitarbeiter die notwendige Kennzahl

Die Realität zeigt, dass es kaum möglich ist, die Anzahl der Mitarbeiter anhand des Pflegegradmixes zu steuern. Andersherum wird ein realistischer Schuh draus. Der Pflegegradmix muss den vorhandenen und möglichen Ressourcen der Einrichtung angepasst werden.

Konsequenz daraus:
1. ermitteln Sie regelmäßig den Pflegegradmix
2. ziehen Sie stets Ihre Schlüsse und klare Handlungsmuster daraus.

Am Schluss stehen meine Einnahmen, die ich aus den Erlösen der unterschiedlichen Pflegegrade ermitteln kann. Sind diese kostendeckend oder eben nicht.
Die daraus folgende Reaktion ist halt so unterschiedlich wie die Aufgabenstellung an sich. Das heißt, sind die Einnahmen im Zielbereich, dann ist es ohne Probleme möglich, die weiteren Ziel anzugehen. Dabei sprechen wir dann von Deckungsbeiträgen und der Deckungsbeitragsrechnung (diese in einem späteren Blockbeitrag). Wird der Zielkorridor nicht erreicht, müssen Maßnahmen folgen. Maßnahmen, die auch den Pflegegradmix ansprechen.
Die sich daraus ergebenden Aufgaben sind:

1. Überprüfung aller Pflegegrade durch Beurteilung und Bewertung
2. Beantragung von Höherstufungen, da wo es tatsächlich Sinn macht
3. Vorher-/Nachherbetrachtung dokumentieren um den wirtschaftlichen Erfolg auch an eindeutigen Leistungszahlen festmachen zu können. Von wie vielen Anträgen wurden wie viele abgelehnt. Daraus können Schlüsse auf die Performance der Mitarbeiter gezogen werden.

Fazit:
Der Pflegegradmix ist wichtig, bedeutend und die Grundlage für Erfolg und Mißerfolg! Der Pflegegradmix ist die Grundlage für die Personalbedarfsberechnung (kommt im nächsten Blogbeitrag) und die möglichen Investitionen. Der Pflegegradmix ist jedoch auch nur eine Ergebniszahl die Ihre Arbeit widerspiegelt.

Mein Rat:
Nehmen Sie sich diese Zahl bewusst vor und lernen Sie damit zu arbeiten und zu experimentieren. Die weiterführende Konsequenz ist, dass das Pflegegradmanagement optimiert werden muss! Wie?…Später!

Ihr David Thiele
ThieleBeratung

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