Ist Weihnachtsgeld für Mitarbeiter wichtig?

Lieber Herr Rohleder!
Heute möchte ich Ihre Frage vom 3.12.19 in der Facebookgruppe „Häusliche Pflege -besser managen“ einmal näher beleuchten, da sie mir in meinem Alltag bundesweit häufig gestellt wird.
Wie motiviere ich Mitarbeiter dauerhaft so, dass Gewöhnung nicht dafür Sorge trägt, dass am Ende jeder diese Zusatzzahlungen als selbstverständlich ansieht?
Oft weise ich in meinen Blogbeiträgen (www.thieleberatung.de/blog) darauf hin, das im Zeitalter von Pflege-4.0 die Bedeutung von Mitarbeiterzufriedenheit sowie Partizipation an Erfolgen die wesentliche Aufgabe von Führungskräften darstellt. Damit verschieben sich die Prioritäten in den kommenden Jahren drastisch in Richtung Kommunikation, Schaffung von optimalen Arbeitsbedingungen und Happyness! Die Kunst ist zu wissen, WIE!
Ein Weihnachtsgeld an sich halte ich für gut und richtig aber im gleichen Zuge muss ich auch sagen für zu wenig! Warum behaupte ich das so einfach?
Der Mensch neigt dazu, Dinge zu vergessen. Sein Gedächtnis reicht nicht so weit, sich noch an die vielen guten Taten von vor 11 Monaten zu erinnern.
Ehrliche Kommunikation, so lehre ich es zumindest, hat zeitnah und direkt statt zu finden. Direkt bedeutet, wenn etwas nicht richtig ist, sprechen Sie es sofort an. Wenn Fehler vorliegen, werden diese sofort und nachhaltig behoben. Nicht erst 11 Monate später. In diesem Fall wäre der direkte Bezug weg.
Bei Belobigungen verhält es sich ganz genau so! Jemanden für die guten Leistungen zu belobigen, sich zu bedanken und das dann viele Monate später, verliert den direkten Bezug zu einer bestimmten super guten Leistung!

Aus diesem Grund hier meine Empfehlung:
1. Nicht Weihnachtsgeld, sondern Erfolgsbeteiligung für alle gestaffelt an der Anwesenheit nach Vollzeitstellenanteil aber auch der Außergewöhnlichkeit der Leistung (das Team entscheidet mit!).
2. Höhe der Erfolgsbeteiligung wird an der Höhe des Erfolges an das Team ausgeschüttet. Kann bedeutet, das Team als ganzes bekommt einen bestimmten Betrag, somit sind die Starken genauso im Boot wie die Schwachen.
3. Erfolgsbeteiligung quartalsweise auszahlen. Nach 1-3 Monaten guter und zum großen Teil auch harter Arbeit besteht auch noch ein direkter Bezug zu der konkreten Leistung für die Mitarbeiter/das Team. Mitarbeiter spüren somit unterjährig den Zusammenhang zwischen ihrer Leistung und einer zusätzlichen Geldleistung.

Auf diesem Weg verliert das Instrument, Bonus, Erfolgsbeteiligung nicht so schnell seine Wirkung/den Zauber.
Das ist ein Schritt in ein modernes Entlohnungssystem im Zeitalter von Pflege-4.0!

Wenn Sie Fragen zur Gewichtung haben, können Sie mich gern kontaktieren!

Viele Grüße
David Thiele
ThieleBeratung